Lega del Chianti
Piviere di Soletta

Lega del Chianti

Die Geschichte
Auf Initiative der Stadtrepublik Florenz wurde die Lega del Chianti vor mehr als sieben Jahr-hunderten gegründet.
Sie war eine militärische Organisation mit der Aufgabe, den südlichen Teil des Chiantigebietes zu verwalten und dessen Grenzen gegen Süden vor feindlichen Angriffen zu verteidigen.
Im 12. Jahrhundert gehörte das Chiantigebiet fast vollständig zur Stadtrepublik Florenz, die dessen Kontrolle mit Hilfe der Kirche erlangt hatte.
Gegründet wurde die Lega wahrscheinlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts: Erste Erwähnungen als ‘Leghe et societatis de Chianti nuper edite’ finden sich in einem florentinischen Notariatsprotokoll aus dem Jahre 1306. Das älteste bisher bekannte Statut der historischen Institution geht auf das Jahr 1384 zurück. Es umfasst all die zivil- und strafrechtlichen Normen, für deren Einhaltung der Podestà (Stadtvogt) an der Spitze der Lega in der gesamten Chianti-Region zu sorgen hatte, die seit jener Zeit in die drei Terziere Radda, Gaiole und Castellina unterteilt ist. Der Podestà, der für ein halbes Jahr berufen wurde, hatte seinen Sitz in Radda und wurde von einer Reihe von Verwaltern und Soldaten unterstützt. Die Verwaltungsstruktur stützte sich wesentlich auf die Pfarreien, denen die verschiedenen ‘popoli’ (Völker) unterstanden.
Der ‘schwarze Hahn auf goldenem Grund’ war seit dem Mittelalter das Emblem der Lega del Chianti und symbolisierte ihre enge Beziehung zur Region.
Im Verlaufe der Jahre konsolidierte sich die florentinische Herrschaft über die ‘Terra del Chianti’. Die Verteidigungsziele der Lega verloren an Bedeutung und es kam zu einer Stärkung der administrativen sowie zivil- und strafrechtlichen Funktionen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Vorschriften zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Anbaus gewidmet, insbesondere des Weinanbaus mit dem Ziel, die Qualität der Weine zu verbessern. Ab dem Jahr 1444 wurde zum Beispiel festgelegt, dass die Weinernte nicht vor dem Michaelstag, d.h. nicht vor dem 29. September, beginnen durfte, damit man sichergehen konnte, ‘jenen guten Wein zu erhalten, der sich gut verkaufen lässt’.
Im Jahr 1774 wurde die Lega del Chianti aufgelöst und machte einer neuen Institution Platz, die Pietro Leopoldo, Grossherzog der Toskana, im Rahmen der Neuordnung der ganzen Toskana gründete.
Im 20. Jahrhundert gewannen die ursprünglichen Gründe, welche zur Entstehung der Lega del Chianti geführt hatte, wieder an Bedeutung:
Die Liebe zur Region, zur Kultur und zu den Erzeugnissen der Terra del Chianti, sowie das Bestreben, den Menschen eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.
Basierend auf dieser Grundlage wurde die Lega del Chianti im Jahre 1970 neu gegDie Ziele
Die Lega del Chianti versteht sich als Fortsetzung der mittelalterlichen Institution und interpretiert unter Berücksichtigung der aktuellen Realität, die einstmals gültigen Grundsätze.
Diese Ziele der Lega sind in ihrem aktuellen Statut zusammengefasst. Sie basieren auf der Wahrung der Integrität der ‘Terra del Chianti’, sowie auf der Förderung der Kultur – insbesondere auch der des Weinbaus -, des Landlebens und des religiösen Lebenssinns. Grundlage dafür ist das universelle Bewusstsein, das in der Freundschaft und Solidarität zwischen allen Menschen der Terra del Chianti und denjenigen, die dieses ‘Land’ lieben, zum Ausdruck kommt.
Entsprechend nimmt auch die freundschaftliche Verbundenheit unter den Mitgliedern einen grossen Stellenwert ein.
ründet und feierte 1985 mit einem grossen Festakt ihre Gründung vor siebenhundert Jahren.


Die Ziele
Die Lega del Chianti versteht sich als Fortsetzung der mittelalterlichen Institution und interpretiert unter Berücksichtigung der aktuellen Realität, die einstmals gültigen Grundsätze.
Diese Ziele der Lega sind in ihrem aktuellen Statut zusammengefasst. Sie basieren auf der Wahrung der Integrität der ‘Terra del Chianti’, sowie auf der Förderung der Kultur – insbesondere auch der des Weinbaus -, des Landlebens und des religiösen Lebenssinns. Grundlage dafür ist das universelle Bewusstsein, das in der Freundschaft und Solidarität zwischen allen Menschen der Terra del Chianti und denjenigen, die dieses ‘Land’ lieben, zum Ausdruck kommt.
Entsprechend nimmt auch die freundschaftliche Verbundenheit unter den Mitgliedern einen grossen Stellenwert ein.

Die Organisation
Die Mitglieder der Lega del Chianti stammen hauptsächlich aus Italien sowie den angrenzenden Ländern. Sie verbindet der Wunsch, diese an Einzigartigkeit, Charakteristik, Kunstschätzen und Geschichte kaum zu übertreffende Landschaft zu schützen und aufzuwerten, in der die Kultur der ländlichen Erzeugnisse auf ein Jahrhunderte altes Wissen zurückgreifen kann. Alle Mitglieder gehören einer Terziere oder Piviere an, die einem Capitano oder einem Commissario unterstehen und unabhängig voneinander Initiativen im kulturellen, önologischen und kulinarischen Bereich organisieren und fördern.
Die Terzieri werden durch die drei Orte gebildet, die schon zu Zeiten der mittelalterlichen Lega del Chianti führend waren, nämlich Castellina in Chianti, Gaiole in Chianti und Radda in Chianti.
In der Toskana gibt es folgende Pivieri: Die Piviere des Capitano Generale, der Gemeinden Arezzo, Castelnuovo Berardenga, Fiesole, Florenz, Greve in Chianti, Prato, Siena, sowie der Regionen Val d’Arno, Val d’Elsa und Val di Pesa.
In Mittelitalien wurden die Pivieri Latium und Umbrien gegründet.
In der Schweiz gibt es Pivieri in Solothurn und im Tessin, sowie in Österreich in Wien.

Die Lega del Chianti wird vom Capitano Generale geführt, welchem das Consiglio Maggiore untersteht. Dies ist das wichtigste Organ mit beratenden Befugnissen, dem zehn Legati und/oder Dame angehören. In der heutigen Lega wird das Amt des Capitano Generale für sieben Jahre vergeben. Er wird von der Hauptversammlung der Mitglieder der Lega del Chianti gewählt, wobei das Amt nur von einem Legato d’Opera bekleidet werden kann. Das Consiglio Maggiore bleibt vier Jahre im Amt und setzt sich zusammen aus sechs Legati oder Dame d’Opera und vier Legati oder Dame d’Onore. Am 4. Oktober 1998 wurde Baron Giovanni Ricasoli-Firidolfi zum Capitano Generale gewählt, sein Mandat wurde im Januar 2025 für eine weitere Amtsperiode bestätigt.
Jeder Legato und jede Dame erhalten ihre Insignien je nach Grad und Rolle, welche sie innerhalb der Organisation ausüben. Auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 18 Jahren können der Lega del Chianti als Page (‘paggio’) oder Edelfräulein (‘damigella’) beitreten: Nach Erreichen des Erwachsenenalters werden sie als Legato oder Dame in die Institution aufgenommen.
Die juristische Form der Lega del Chianti wurde 2021 von einem Verein in eine wohltätige Stiftung nach italienischem Recht überführt.


Die Arbeit
Als Beispiel für die vielfältige Arbeit der Lega del Chianti sollten auf jeden Fall die ‘Geschichts-studientage’ genannt werden, die zwischen 1979 und 1997 jedes Jahr im September stattfanden. Anlässlich dieser Veranstaltungen wurde über die wichtigen Themen der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Chianti diskutiert. Man sprach über Architektur, Malerei, das Land, die Religiosität der Landbevölkerung, über die Weinkultur und über weitere Themen, die in Zusammenhang mit der Region Chianti standen.
Eine der zahlreichen Initiativen stellte die entschiedene Opposition gegen den Bau von Müllver-brennungsanlagen und die Errichtung von Mülldeponien in dieser einzigartigen Landschaft dar. Bedeutsam war auch das Engagement für die Restaurierung eines der geistlichen Zentren der Lega del Chianti, die kleinen Kapelle Sant’Eufrosino in Panzano in Chianti. Der Heilige war der erste aktive Missionar im Chianti und Schutzpatron dieser mittelalterlichen Institution. Dabei übernahm die Lega die Aufgabe der Restaurierung dieses kleinen Gebäudekomplexes, in dem noch heute ein Taufbecken steht, aus dem, der Legende nach, einst ein wundertätiges Wasser entsprang.
Wichtig sind auch die vielfältigen Initiativen, welche von Capitani und Commissari der Terzieri und Pivieri in ihren Zuständigkeitsbereichen organisierten werden.
Der bedeutsamste Augenblick für die Institution ist das Capitolo Annuale (Generalversammlung) und die Investitur, die die Capitania Generale mit Unterstützung der Kirchenbehörde organisiert. Das Capitolo Annuale findet jeweils in einem historischen Palazzo statt. Die Investitur wird üblicherweise abwechselnd in bedeutenden Kirchen in Florenz und Siena abgehalten. Es handelt sich um eine würdevolle Zeremonie, der ein Corteo und ein feierliches Hochamt vorangehen. Zu diesem Zweck wird auch eine Publikation herausgegeben, die jedes Jahr mit unterschiedlichen Inhalten versehen ist und begleitet wird von historischen und kunsthistorischen Studien über ein Kunstwerk oder einem mittelalterlichen Text in Verbindung zu der Kirche, in der die Zeremonie abgehalten wird.
Am Ende der Zeremonie folgen die Inthronisierungen: Nach dem antiken Zeremoniell sowie nach der Lesung des vor dem Capitano Generale abgegebenen ‘Gelöbnisses’ werden die neuen Dame und Legati in die Institution aufgenommen. Anlässlich des Capitolo Annuale werden ausserdem die neuen Ämter der Vereinigung erneuert oder bekannt gegeben.

Das Gelöbnis (Promesso):
Prometto di dare un senso religioso alla mia vita, di mantenermi vicino alla natura, di proteggere e valorizzare la 'Terra del Chianti' nel rispetto dell'Uomo e del Creato, di guardarmi intorno con ottimismo e con amore e di compiere azioni che la mia coscienza giudichi come un atto di amore per il mio prossimo.